Sharing Economy – El Dorado für Digitale Nomaden

Sharing Economy - El Dorado für Digitale Nomaden

Ohne Sharing Economy wäre einiges wohl sehr teuer…

Sharing Economy und der selbstbestimmte Minimalismus

Digitale Nomaden brauchen keine Häuser, können mit eigenen Autos nichts anfangen und wollen das Gepäck so gering wie möglich halten. Minimalismus statt Statussymbole.  Sich frei machen von Ballast, der den Geldbeutel, die Seele und nicht zuletzt die Rückenmuskulatur belastet.

Aber auch Digitale Nomaden müssen wohnen, von A nach B kommen. Sie gönnen sich sicher gern auch einmal einen gewissen Luxus. Sie definieren Luxus nur anders. Ihr Luxus ist die Freiheit und sie wollen ihren Luxus alltäglich machen. Eben weg davon, dass Freiheit und Selbstbestimmtheit Luxus ist. Wie lässt sich dies daher vereinen? Das Zauberwort hier ist: Sharing Economy.

Was ist Sharing Economy denn nun eigentlich?

Sharing Economy 10Es ist garnicht so einfach die Frage „Was ist Sharing Economy“ zu beanworten. Wirtschaftslexika definieren die Sharing Economy als das systematische Ausleihen oder Bereitstellen von Gegenständen, Flächen und Räumen vor allem durch Interessengruppen oder Privatpersonen. Wir denken aber, Sharing Economy geht über diese sehr gegenständlich fixierte Definition noch hinaus. Es ist nämlich ebenso das Bereitstellen von Insiderwissen, von Erfahrungen und Erlebnissen. Im Mittelpunkt steht dabei der gemeinsame Konsum oder das gemeinsame Erleben.

Wir würden auch die großartigen Mindfulness und Coaching Angebote, die mittlerweile in der deutschen Bloggerszene verfügbar sind, der Sharing Economy zuordnen. Hier stellen immerhin Coaches ihr Wissen zu Verfügung und eine breite Masse genießt den gemeinsamen „Konsum“ dessen. Wie würdet ihr denn die Frage „Was ist Sharing Economy?“ beantworten?

Sharing ist oft schon Teil von uns

Die Sharing Economy ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Fast jeder kennt und nutzt heutzutage Uber, AirBnB** und Co. Diese Dienste schlagen ziemlich großen kommerziellen Nutzen aus der neuen Mentalität des Teilens. Dies ist aber in aller Regel kein Problem, denn eine Mehrheit profitiert ja davon.

Auch kleinere Plattformen, die ein Forum zum Austausch bieten, müssen natürlich irgendwie finanziert und erhalten werden. Daher macht es in der Regel niemandem viel aus, einen einmaligen Aufnahmebeitrag oder eine regelmäßige geringe Mitgliedschaftsgebühr zu zahlen. Dafür profitiert man dann auch im Gegenzug von super interessanten Angeboten.

Die Sharing Economy ist ein Segen für alle Reisenden. Große Anbieter wie die beiden oben Genannten oder auch Couchsurfing und Trustedhousesitters.com sind längst den meisten Digitalnomaden bekannt. Wir wollen euch hier einmal ein paar weniger bekannte Angebote vorstellen, die Dank Sharing Economy das Leben leichter machen können.

Mein Haus ist Dein Haus – günstige oder gar kostenlose Unterkünfte dank Sharing Economy

Sharing Economy 09Wenn man mal über den Tellerrand von AirBnb oder Couchsurfing hinausschaut, gibt es mittlerweile so viele Unterkunftsplattformen. Wenn man ortsspezifische Plattformen oder solche, die nur bestimmten Interessengruppen dient, abzieht, kommt auf ca. drei Dutzend verschiedene Angebote. Bei so viel Auswahl, ist es natürlich schwierig, sich auf eine oder zwei Plattformen festzulegen. Da alle den einen oder anderen Mitgliedsbeitrag verlangen, würden wir trotzdem empfehlen, euch auf wenige Angebote zu konzentrieren. Auch wenn dadurch vielleicht einige Unterkünfte nicht auf euren Schirm gelangen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Häusertauschs. Einen simultanen Tausch oder einen zeitversetzten Tausch, beides läuft zwischen den jeweils gleichen Parteien, mal zur gleichen oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Dann gibt es auch noch das Modell, mit Punkten Unterkünfte zu bekommen. Diese Punkte erhält man, wenn man selbst sein Haus bereitstellt. Und schließlich gibt es auch noch Housesitting-Modelle. Dort passt man für eine bestimmte Zeit auf das Haus eines Mitglieds auf und hat dabei also gewisse Verantwortung.

Unsere Favoriten – Trusted Housesitters & Guest to Guest

Unsere liebsten Peer-to-Peer Plattformen für Unterkünfte sind www.guesttoguest.com** und www.trustedhousesitters.com.

An Guest to Guest mögen wir zum einen die große Auswahl überall auf der Welt. Zum anderen mögen wir die Möglichkeit, für Punkte an Unterkünfte zu kommen. Dies bedeutet, dass man nicht immer unbedingt einen super passenden Tauschpartner benötigt. Stattdessen sammelt man Punkte, wann immer man seine eigene Unterkunft zur Verfügung stellt. Diese Punkte wiederum kann man dann für eine Unterkunft seiner Wahl an einem beliebigen Ort einlösen. Es gibt zudem auch recht viele aktive Mitglieder auf Guest to Guest und, das mögen wir besonders, die Grundversion ist kostenlos.

Trusted Housesitters ist für Dich die richtige Alternative, wenn Du verantwortungsbewusst bist. Zudem solltest Du bereit sein, die Aufgaben, die mit dem Housesitting zusammenhängen (Gassigehen, Fische füttern, Pool sauberhalten) gewissenhaft zu erfüllen. Man zahlt auf Trusted Housesitters lediglich einen Mitgliedschaftsbeitrag und kann sich dann frei auf Inserate bewerben. Wichtig dabei sind immer Referenzen. Also bittet ruhig auch Freunde oder Familie, sich bei Trusted Housesitters anzumelden und euch eine gute Referenz zu hinterlassen. Wir haben die Plattform jetzt zweimal aus der „Vermieter“-Perspektive erlebt. Einmal war es ganz großartig, ein anderes Mal war es ok.

Need a Ride? – Transportmöglichkeiten der Sharing Economy

Wir behaupten einfach mal, dass fast jeder Deutsche zwischen 20 und 40 Jahren die Plattform blablacar.de (oder .com für europaweite Mitfahrgelegenheiten) kennt. Mitfahrgelegenheiten kommen einem wohl als erstes in den Sinn, wenn man Sharing Economy und Transport zusammenbringen will. Das Tolle daran ist, man spart Geld, die Umwelt wird weniger belastet. Wenn es gut läuft, lernt man gleich noch nette Leute kennen.

Überführungsfahrten

Sharing Economy 08Wenn man lieber sein eigenes Gefährt und eine gewisse Flexibilität haben möchte, gibt es verschiedene Möglichkeiten dank Sharing Economy. Autoüberführungen zum Beispiel. Wer sich nicht ausufernd viel Zeit nehmen möchte, um von einer Seite eines Landes an die andere zu kommen, kann Autos oder Wohnmobile überführen. Meist bekommt man dafür angemessen Zeit und muss mit einer Fahrtleistung von ca. sechs bis max. acht Stunden am Tag rechnen. www.transfercar.com.au oder www.transfercarus.com sind bekannte Plattformen für die Roadtrip-Länder Australien und USA. Noch epischere Roadtrips könnte man über http://hittheroad.ca erhalten, denn dort fährt man Fahrzeuge durch ganz Kanada oder bis in die USA.

Solltet ihr euch bei einem dieser Services als Fahrer(in) bewerben wollen, so bedenkt zwei wichtige Punkte: 1. Eure Hauptaufgabe ist die Ablieferung des Autos, es bleibt also nicht wahnsinnig viel Zeit für Sightseeing. Aber es ist eine spannende und interessante Variante, um von A nach B zu kommen und einiges entlang des Weges zu entdecken. 2. Ihr seid mit Sicherheit nicht die Einzigen, die so einen kostengünstigen Roadtrip haben wollen. Stecht also heraus mit eurer Bewerbung. Am besten ihr sendet gleich ein Führungszeugnis, Auszug aus der Verkehrsdatei und eine Schadenfreibestätigung eurer Versicherung als Scan mit (neben dem Führerschein selbstverständlich).

Autoanmietungen

Auch günstige Fahrzeuganmietungen sind dank der Sharing Economy möglich. Car2go ist sicher jedem ein Begriff, ist aber eher für Kurzzeitanmietungen innerhalb größerer Städte zu empfehlen. Ähnliche Modelle an teilweise exotischeren Orten sind z. B. https://www.zoomcar.com/ (für größere Städte in Indien), http://www.icarsclub.com/ (Singapur), http://atzuche.com/ (China, leider nur auf Chinesisch) oder https://www.socar.kr/ (Südkorea, leider nur auf Koreanisch).

Eine tolle Peer-to-Peer Autovermietungsidee ist www.turo.com. Hier stellen Autobesitzer ihre Fahrzeuge zur Verfügung, wenn sie sie selbst nicht brauchen. Die Preise richten sich unserer Erfahrung nach sehr nach dem Angebot. Während in den USA und UK ein Auto ziemlich günstig zu haben ist, zahlt man in Italien oder Deutschland manchmal mehr als für ein Äquivalent bei einer Autovermietung. In einigen Ländern Europas bietet SnappCar ein ähnliches Modell, lässt sich aber nur in großen Städten finden.

Boote gibt es auch!

Sharing Economy 07Die Sharing Economy beschränkt sich nicht nur Gefährte mit Rädern. Auch zu Wasser kann man von der Mentalität des Teiles profitieren. Da wir beide leider noch keine Erfahrungen mit Peer-to-Peer Bootsanmietungen und Mitsegelgelegenheiten gemacht haben, können wir hier nur völlig wertungsfrei einige Links globaler Anbieter teilen. Bei https://www.nausdream.com stellen Skipper von ihnen vorgefertigte Touren ein und man kann sich anmelden und mitfahren. Angeboten wird das Ganze im Mittelmeer, in Puerto Rico und in Thailand. https://www.getmyboat.com/ ermöglicht die eigene Anmietung eines Boots, während der Besitzer es nicht benutzt. Uns kommen die Preise pro Tag recht hoch vor.

Grundsätzlich erscheinen uns alle Peer-to-Peer Bootsmieten ohne Skipper echt teuer. Aber wir haben wie gesagt auch überhaupt keine Ahnung, wieviel es kosten sollte, eine Yacht, ein Segelboot oder ein Hausboot anzumieten.

Ein hochinteressantes Angebot in diesem Segment scheint uns www.sailsquare.com, hier können Skipper ihre Bootsreisen mit interessierten Passagieren auffüllen. Die Reisen sind alle auf dem Segelboot und z.B. acht Tage in Italien gehen ab 370,-€ pro Person los. Die Seite scheint auch ziemlich fair, denn sie führt genau auf, was im Preis enthalten ist und wieviel man noch in etwa für Extras rechnen muss.

Sharing Economy auch über den Wolken

Und auch in die Lüfte kann man sich mit Peer-to-Peer-Angeboten schwingen. Mega interessant ist hier die Seite wingly.io – eine Flight Sharing Website. Hier stellen Piloten ihre Flüge ein, seien es touristische Rundflüge oder One-Ways. Sie sind nicht super billig, aber manche Strecken sind nur wenig teurer als die Deutsche Bahn. Dafür hat man einen tollen Ausblick und ist vermutlich auch schneller. Innerdeutsch kann man z. B. von Halle/Saale nach Nürnberg für 77€ fliegen. Von einem europäischen Land ins andere gibt es nicht ganz so viele Angebote, aber wenn man langfristig schaut, findet sich bestimmt die ein oder andere interessante Strecke.

Wer es etwas edler, und damit auch deutlich teurer mag, kann sich über Seiten wie jettly.com oder der App JetSmarter Sitze in Privatjets auf sogenannten Empty Leg Flügen sichern. Hierbei handelt es sich um Flüge, bei denen ein Privatjet-Anmieter nur eine Strecke gebucht hat und der Flieger anstatt leer zurückzufliegen noch ein paar Leute mitnimmt. Was nach Restsitzen klingt, hat leider nicht wirklich Restepreise. Die Mitgliedschaftsgebühr, die man abschließen muss, um von diesem Angebot zu profitieren reißt mindestens 15.000,- USD in den Geldbeutel. Dafür hat man dann für die meisten Strecken aber eine Art Flatrate, wenn Sitze verfügbar sind. Interessant ist das Ganze momentan nur für Europa und die USA.

AirBnb für Büroräume – Office Spaces und die Sharing Economy

Sharing Economy 06Hippe und trendige Co-Working-Spaces schießen inzwischen in jeder größeren Stadt aus dem Boden. Selbst in Colombo gibt es inzwischen ordentliche Co-Working-Spaces. Doch inzwischen gibt es auch zahlreiche Optionen für ruhige „richtige“ Büros, die man in guter Nomadenmanier für eine begrenzte Zeit nutzen kann.

www.sharedesk.net z. B. bietet die Möglichkeit, Büroräumlichkeiten in aller Welt stunden-, tage- oder wochenweise zu buchen. Der Fokus liegt hier unserem Eindruck nach aber immer noch auf geteilten Büroräumen. Wer gezielt nach privaten Büros sucht, ist auf https://ofixu.com vielleicht besser aufgehoben, hier kann man mit Hilfe von Filtern genau seiner Bedürfnisse entsprechend suchen.

Da das Digitale Nomadentum ja darauf basiert, dass man immer irgendwo ein Plätzchen zum Arbeiten hat und so seine Ortsunabhängigkeit aufrecht erhält, gehen wir mal davon aus, dass ihr wahrscheinlich sehr viel mehr Insiderwissen zu Peer-to-Peer Büroräumen habt. Daher wollen wir das Thema hier gar nicht so ausführlich behandeln, hören uns aber gern all eure Tipps und Erfahrungen an.

Freizeiterlebnisse, die die Sharing Economy bietet

Viel wichtiger finden wir nämlich die super vielen und interessanten Möglichkeiten, die man dank Sharing Economy in seiner Freizeitgestaltung hat. Die Mentalität, fremde Menschen, teilweise aus anderen Kulturen an seinem Wissen und seinen Erlebnissen teilhaben zu lassen, ist einfach so unglaublich schön anzuschauen. Wir finden, inzwischen hat sich bei den meisten ein gesundes Bewusstsein entwickelt, dass man nicht alles kostenlos weggeben muss. Gleichzeitig sind Menschen, die sich an solchen Angeboten bereichern wollen, unserer Erfahrung nach glücklicherweise die Ausnahme.

Ein gutes Beispiel dafür ist Meal Sharing

Meal Sharing Plattformen im Internet scheinen keine sehr lange Lebensdauer zu haben, wie wir bei unserer Recherche feststellen mussten. Einige sind auch ziemlich inaktiv oder nur an regional sehr begrenzten Orten verfügbar. Positiv ins Auge gefallen für Städte in Europa und Asien ist uns www.mealsharing.com. Hier stellen Amateur-Köche ihre Gerichte für einen bestimmten Preis ein. Man schickt dann eine Anfrage mit Datum und Personenzahl und wenn das Treffen zustande kommt, kann man dem Koch beim Kochen über die Schulter schauen und danach schlemmen. Wir haben selbst bisher aber nicht testen können, ob die Köche wirklich immer antworten. Ein ähnliches Modell bietet www.shareyourmeal.net, leider ist das Design der Website absolut grottig und die Benutzerführung nicht sehr intuitiv. Aber die (leider wenigen) Angebote, die wir gefunden haben, sahen gut aus.

Ansonsten gibt es inzwischen auch viele Plattformen, die Hobbyköchen die Möglichkeit geben, essensbezogene Erlebnisse anzubieten. Das muss nicht immer „nur“ ein hausgemachtes Essen sein, sondern z. B. auch ein Markteinkauf, eine Kochklasse oder eine Dinnerparty. Angebote dafür findet man unter www.vizeat.com (finden wir persönlich zu teuer), www.travelingspoon.com (noch teurer oO), www.bonappetour.com (etwas außergewöhnlichere Erlebnisse rund ums Essen und genießen, die Preise scheinen sehr ok), www.plateculture.com (angemessene Preise), www.foodietrip.com/ (hier gibt es homecooked meals, Markttouren und z. B. Guides für Restaurant-Geheimtipps).

Stadttour gefällig? Aber bitte keinen Touri-Kram!

Sharing Economy 05Auch für Erlebnisse und Aktivitäten gibt es zahlreiche globale und regionale Plattformen, die dem Peer-to-Peer-Gedanken folgen. Meist kosten die Touren natürlich etwas oder aber laufen zumindest mit freiwilliger Bezahlung, was wir eigentlich ziemlich fair finden. Immerhin geben die lokalen Guides ja ihre Zeit her und teilen vor allem ihr Wissen über einen Ort.

www.vayable.com bietet einige sehr interessante „like a local“-Touren. Gerade, wenn man sich vielleicht etwas länger in einer Stadt niederlassen möchte, können lokale Guides einem so Einblicke geben, die auf einer stinknormalen Stadttour sicher verborgen bleiben. Die Preise hier bewegen zwischen echt guten Deals und absolut unverschämt, je nach Ort.

www.embark.org bietet Peer-to-Peer Abenteuer wie zum Beispiel Klettern oder Kayaktouren. DAs schöne hier ist, dass die Anbieter von embark.org auf ihre Sicherheit und Zuverlässigkeit geprüft werden. So kann man lokale Anbieter unterstützen, ohne dabei auf die Sicherheit großer Agenturen verzichten zu müssen. Die Auswahl ist relativ begrenzt und das Preis-Leistungsverhältnis variiert nach Land.

Auf einige asiatische Städte begrenzt bietet www.backstreetacademy.com super interessante Aktivitäten mit verschiedenen Anforderungen an Mut und Entdeckungslust zu größtenteils echt fairen Preisen. Die dort angebotenen Erlebnisse gehen definitiv über den Standard hinaus und bei ganz vielen davon kann man danach ein selbst gefertigtes Andenken mitnehmen.

Lasst euch nicht abzocken!

Leider mussten wir bei unserer Recherche feststellen, dass der Sharing Economy Gedanke gerade bei Aktivitäten, die durch Locals angeboten werden, ein bisschen verloren geht. Aperitivo-Touren in Italien für 95€  oder ein Tag im Tuk Tuki n Sri Lanka  für 55 US-Dollar können wir nur als Abzocke bezeichnen. Hier können wir aus eigener Erfahrung nur empfehlen, nach Touren zu schauen, bei denen man einen freiwilligen Betrag zahlt. „Free Tours in …“ ist das Google-Zauberwort. Bitte achtet bei so etwas auf ein faires Trinkgeld, niemand soll sich bei so einem Arrangement ausgenutzt fühlen.

Denn es geht auch kostenlos

Eine richtig coole Idee, die in diese Richtung geht, ist das Global Greeters Network. Hier finden sich in vielen Städten auf der ganzen Welt Locals zusammen, die Dir ihre Stadt näher bringen wollen. Und das Ganze ist, zumindest soweit wir sehen können, kostenlos. Wenn man einen Greeter an einem Ort treffen will, füllt man für die jeweilige Stadt ein Anfrageformular aus und wird dann mit den Greeters vor Ort verbunden. Mit diesen kann man dann abstimmen, wo man sich treffen und was man sehen möchte.

„Bring ich Dir mit!“ – Peer-to-Peer Kurierservices

Sharing Economy 04Kennt ihr das, es gibt ein Produkt von zuhause, dass ihr gern haben möchtet, aber auf Reisen unmöglich bekommt? Oder die Dokumente, die ihr so dringend bräuchtet, aber nicht postalisch empfangen könnt? Auch dafür gibt es Lösungen dank der Sharing Economy.

Auf www.postrope.com zum Beispiel könnt ihr Dinge einstellen, die ihr dringend braucht, die aber nicht an eure Location versandt werden. Ein „Einkäufer“ kann euch daraufhin ein Angebot machen, für welches er das Gesuchte kaufen und an euch versenden würde. Natürlich gegen einen Aufwandsaufschlag.

www.piggybee.com macht sich leere Koffer von Reisenden zunutze. Diese kann man auf der Plattform bitten, einem etwas auf ihrem bereits gebuchten Trip mitzubringen. Die Mitbringsel können entweder vom Reisenden gekauft werden oder aber man lässt ihnen den entsprechenden Gegenstand zukommen. Dafür bietet man dann eine Belohnung entweder monetärer Art oder eine Einladung zum Abendessen zum Beispiel.

Social Delivery hat auch Risiken

Wir selbst haben Social Delivery noch nicht ausprobiert. Ein großes Fragezeichen ist für uns allerdings die Sicherheit des Ganzen. Wer stellt sicher, dass man da (als Mitbringen) nicht als Drogenkurier oder zur Umgehung zollrechtlicher Vorschriften ausgenutzt wird. Die Verantwortung liegt da wohl bei jedem selbst, also passt bitte gut auf, worauf ihr euch einlasst.

Wir haben mal ein Experiment gestartet und uns als Kurier für den nächsten Colombo-Rom-Colombo Trip bei www.airmule.com** angeboten. Wir reisen eh meist nur mit Handgepäck, daher können wir unsere Freigepäckstücke ruhig verkaufen. Das Schöne bei Airmule ist, dass dort ein Shipping Agent prüft, was man mitnimmt. Außerdem bekommt man die Sachen am Flughafen und gibt sie dort auch wieder ab. Das erspart sicher viel Stress. Wir werden berichten, falls es klappt.

Der letzte große Koloss – Finanzdienstleistungen und die Sharing Economy

Sharing Economy 01Auch im grundsätzlich immer etwas ehrfurchtgebietenden Sektor der Finanzdienstleistungen ist die Sharing Economy längst angekommen. Leider spürt man hier die Ausprägungen noch nicht ganz so sehr wie in den ganzen vorgenannten Gebieten, aber die Präsenz ist da und geht bereits deutlich über Peer-to-Peer-Lending (Privatkredite) hinaus.

Besagtes Peer-to-Peer-Lending ist übrigens ein gutes Mittel, sein Geld zu einem attraktiven Zinssatz anzulegen. Wie bei allen Finanzprodukten gilt es auch hier, sich zunächst umfangreiches Wissen dazu anzueignen und sich mit den Risiken vertraut zu machen. Peer-to-Peer-Kredite sind ein Risiko-Investment, das sollte jedem klar sein. Mehr dazu könnt ihr aber auf Finanzblogs (wie z. B. Martins Finanzblog) nachlesen.

Zusätzlich könnte man noch das Social Trading benennen. Ayondo, Wikifolio, eToro und andere Anbieter bieten hierbei die Möglichkeiten virtuelle Anteile an Portfolios von anderen Menschen zu erwerben. Die Statistiken sind übersichtlich und alle Daten einsehbar. Man kauft aber eben nicht die Investments der Trader, sondern einen Anteil über den Anbieter. Wir haben das noch nie ausprobiert und kaufen lieber direkt Blue Chips und DIvidendenaktien.

Währungen tauschen leicht gemacht

Für den Digitalen Nomaden interessanter sind z. B. neue Möglichkeiten des Geldumtauschs. War man früher auf Banken oder teure Wechselstuben angewiesen, kann man sich heute Angebote mit fairen Kursen zunutze machen.

Währungstausch mit WeSwap

Die Mastercard von WeSwap beispielsweise ermöglicht den Währungstausch des auf der Karte vorhandenen Guthabens in 16 verschiedene Währungen. Je nachdem wie schnell das getauschte Guthaben verfügbar sein soll, kostet der Tausch zwischen 1% und 2% Gebühren. Definitiv billiger als die heftigen Kommissionen der Wechselstuben und Banken. Dies funktioniert, weil der Anbieter das Geld zwischen den Nutzern tauscht. Person A hat britische Pfund auf der Karte und hätte gern norwegische Kronen, Person B hat Kronen will aber eine andere Währung, Person C bietet diese Währung…und so weiter, ihr versteht, worauf ich hinaus will. Wer viel in den Ländern der 16 Währungen und nicht Kunde einer Direktbank ist, für den lohnt sich die Karte. Die DKB*, comdirect und alle Banken, mit denen man kostenlos und zu guten Kursen im Ausland abheben kann, lohnen sich allerdings immer noch mehr.

Währungstausch mit Revolut

Sharing Economy 02Hier kommt ein anderer Anbieter ins Spiel, bei dem man Dank der Anwendung von Interbankraten zwischen drei Währungen ohne jegliche Gebühren oder Abzüge Geld wechseln kann. Die Rede ist von der Mastercard von Revolut. Das darauf verfügbare Guthaben lässt sich ohne Verluste auf der Karte zwischen Euros, Britischen Pfund und US-Dollar wechseln.

Der Einsatz der Karte lohnt sich daher in alle Ländern mit diesen Währungen oder aber in Ländern, deren Währung an einer dieser Währungen gekoppelt ist (z. B. die der Vereinigten Arabischen Emirate an den US-Dollar oder einige Balkanländer an den EURO). Man kann in allen drei Währungen gleichzeitig Guthaben auf dem Revolut-Konto haben und einfach per App bestimmen, welche man nutzen will. Was man nicht gebraucht hat, kann man dann einfach (im Idealfall, sobald der Kurs besser ist als vorher) wieder zurück tauschen. Außerdem können sich zwei Revolut-Karteninhaber gegenseitig Geld in den drei genannten Währungen hin- und hersenden. Das geht ganz ohne Auslandsüberweisungsgebühren oder Kommissionen wie z. B. Western Union sie hat.

Bei beiden dieser Services kann man die Konten ohne Identitätsnachweis oder Schufa-Abfrage eröffnen. Dies geht allerdings nur bis zu einem geringen jährlichen Höchstbetrag, der über das Konto läuft. Wer mehr als dieses Limit nutzen will, kann sich ganz einfach in den dazugehörigen Apps per Video-Verbindung identifizieren.

Fazit: Die Sharing Economy hat das Potenzial, das Digitale Nomadenleben noch großartiger zu machen

Sharing Economy 03Wir hoffe, dass wir euch in diesem umfangreichen Artikel einige hilfreiche Tipps für euer Leben als Digitale Nomaden liefern konnten. Natürlich wünschen wir uns auch, dass für euch viele neue Informationen dabei waren. Die Sharing Economy macht es so viel leichter, an authentischere, günstigere, und teilweisere auch echt verrückte Angebote und Erlebnisse zu kommen.

Und das Tollste ist: Es ist kein Ende in Sicht! Jeden Monat kommen neue Start-Ups mit spannenden Ideen und erweitern somit das Angebot der Sharing Economy. Wenn ihr also von neuen und aufregenden Möglichkeiten hört, die Peer-to-Peer-Mentalität zu nutzen, dann lasst es uns unbedingt in den Kommentaren wissen!

Tina

Reisefan, Möchtegern-Travelhacker und seit acht Jahren Expat in verschiedenen asiatischen Ländern. Ein dauerhaftes Leben in Deutschland kann ich mir momentan gar nicht mehr vorstellen, aber es wäre gelogen, zu sagen, dass mir Döner und Currywurst nicht fehlen.

Der große Schritt, die Festanstellung hinter mir zu lassen und mich vollends ins digitale Nomadentum zu stürzen, steht mir noch bevor, daher freue ich mich, gemeinsam mit unseren Lesern neue Möglichkeiten zu entdecken.

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