Networking im Ausland – Unsere tollen Tipps dazu!

Tolle Tipps zum Networking im Ausland(1)

Tina beim Networking auf einer Abendveranstaltung

Networking als Expat

Wie ihr vielleicht gesehen habt, hatten Martin und ich in der letzten Zeit einige nette Einladungen zu verschiedenen Events. Natürlich würden wir uns gern einreden, dass wir das unserem tollen Ruf als Blogger mit der besten Leserschaft der Welt zu verdanken haben. Wenn wir aber ehrlich sind, müssen wir uns eingestehen, dass es vielmehr unser gutes Netzwerk war, das uns zu diesen Einladungen verholfen hat.

Im Ausland ist es immer wichtig, die richtigen Leute zu kennen, die ihrerseits wieder gut vernetzt sind. Diese Aussage trifft auf Expats und Digitale Nomaden gleichermaßen zu. Sei es, um Eingang in die Community zu finden und sich einen Freundeskreis aufzubauen und tolle Sachen zu erleben. Oder sei es, um berufliche Kontakte zu knüpfen und sich nachhaltig Auftraggeber zu sichern und so die weitere Reise zu finanzieren. Vitamin B ist einfach wichtig, ob man es mag oder nicht.

Wie bauen wir uns also unser Netzwerk auf?

Insgesamt haben Martin und ich schon sieben Auslandsumzüge hinter uns. Jedes Mal mussten wir neu Fuß fassen und neue Freunde und Bekannte finden. Das ist nicht immer ganz einfach und manchmal auch wahnsinnig ermüdend. Aber es gibt wirklich tolle Foren, an denen man mit Gleichgesinnten, Reisenden und Nomaden zusammentrifft. Hier ist eine Liste unserer Top-Anlaufstellen am neuen Wohnort.

Couchsurfing

Couchsurfing ist eine der offensichtlichsten Alternativen, um einheimische Reiselustige kennenzulernen. Die Community ist in allen größeren Städten aktiv und neben einem sehr informativen Online-Forum mit viel Austausch, gibt es regelmäßige Treffen. Es ist ein guter Einstieg, um Angehörige fremder Kulturen kennenzulernen, da Couchsurfer natürlich offen gegenüber Reisenden eingestellt sind. Außerdem sprechen sie in aller Regel gut Englisch, sodass die Kommunikation einfacher ist. Um beruflich einen Vorteil aus Couchsurfer-Treffen zu ziehen, muss man wahrscheinlich ziemlich Glück haben und auf die richtigen Leute treffen. Aus unserer Sicht dient es eher dazu, ein bisschen aus seiner Ausländer-Bubble herauszukommen und lokale Freunde zu finden.

Hash House Harriers

Networking 01„A Drinking Group With a Runnig Problem“ – die Hash House Harriers sind mehr als seine Laufgruppe. Regelmäßig treffen sich die Mitglieder, meist wöchentlich an manchen Orten auch nur monatlich und veranstalten eine Art Schnitzeljagd mit anschließendem Biertrinken und Essen. Es gibt inzwischen über 2000 Untergruppen auf allen Kontinenten verteilt.

Ich habe mich in Colombo das erste Mal den „HHH“ (kurz für Hash House Harriers) angeschlossen und bin total froh, das gemacht zu haben. Nicht nur lernt man auf den Läufen, genannt Hash, Ecken der Stadt kennen, die man sonst nicht sieht. Auch trifft man auf eine lockere und offene Gruppe gemischt aus Expats und Locals aller Altersklassen. Auf dem Hash gibt es einen derben Humor, daran muss man sich gewöhnen. Aber gerade in Kulturen, die normalerweise für Ausländer eher verschlossen und zurückhaltend wirken (z.B. südostasiatische Kulturen) ist es toll, Locals zu treffen, die auch mal etwas vorlauter sind.

Beim Hash trifft man Leute aus allen Lebensbereichen, sodass man dort auch job-mäßig sehr interessante Kontakte etablieren kann. Jedoch sollte man sich im Klaren sein, dass viele dort hinkommen, um abzuschalten und sich einmal die Woche von der ganzen Business-Etikette zu lösen. Man sollte also zu seinen ersten paar Hashs nicht unbedingt mit einen Networking-Gedanken gehen, sondern erst einmal richtig Spaß haben. Alles andere ergibt sich danach garantiert von selbst.

Internations

Die internationale Networking-Plattform per se ist Internations. Das weltweite Online-Netzwerk richtet sich an Expats und Global Minds. Man kann sich dort ein umfangreiches Profil zu Wohnorten, Sprachen und Interessen anlegen und wird von Internations so mit Gleichgesinnten am jeweiligen Ort verbunden.

Internations Gruppen findet man in knapp 400 Städten. In Form von monatlichen Meet-Ups, meist in echt schicken Restaurants, oder im Rahmen von Interessengruppen sollte unter den knapp zwei Millionen Mitgliedern für jeden der ein oder andere interessante Kontakt dabei sein. Die Meet Ups machen meistens richtig Spaß. Da sie auf Grund eines bezahlbaren Pauschalpreises meist Zugang zu eher schickeren Restaurants und Bars bieten, kommt oft eine größere Gruppe zusammen.

Viele verfolgen dabei auch eindeutig einen Business-Gedanken und kommen zum beruflichen Netzwerken. Andere wiederum sind neu in der Stadt und suchen Anschluss zu möglichen neuen Freunden. Ich selbst habe meine besten Freunde in Kathmandu alle über Internations kennengelernt.

Facebook, Google Groups und Co.

Oft verbinden sich Nomaden, Expats und Langzeitreisende in Gruppen auf sozialen Netzwerken. Diese zu finden dauert manchmal ein bisschen, aber einmal drin, sind sie oft eine richtige Goldgrube. Ein guter Suchbegriff ist daher immer „Expats in … (jeweilige Stadt)“ oder auch „Interns in…“. Manche Facebook –Gruppen sind ein bisschen schwieriger zu finden. So erinnere ich mich, dass die Gruppe für junge Expats in Kathmandu den Namen „Kathmandu Hang Out“ hieß.

Zeitschriften und Online-Magazine

Eine gute Fundgrube für Parties und Veranstaltungen sowie für beliebte Expat-Treffpunkte sind Zeitschriften und Online-Magazine. In mehr als 50 Städten weltweit findet man z. B. das kostenlose Time Out Magazin, welches gerade am Anfang einen guten Überblick über die Optionen der Stadt bietet.

Die kostenlosen Magazine finanzieren sich über viel Werbung in ihren Ausgaben. Oft lohnt es sich aber auch, die vielen Werbeanzeigen anzusehen und so neu eröffnete interessante Orte zu entdecken.

Online-Magazine gibt es für jeder größere Stadt meist wie Sand am Meer. Aber oft muss man wirklich tief in die Suche einsteigen, um auf interessante Seiten mit regelmäßig erscheinendem Content zu stoßen. Häufig stolpert über solche, wenn man z. B. Restaurant-Reviews sucht oder nach Events. Für unsere momentanen Homebases empfehlen wir euch YAMU (für Colombo) und Romeing (für Rom) – Reinschauen lohnt sich!

Offline neue Leute kennenlernen

Networking 02Ja, auch außerhalb des WWW gibt es noch die Möglichkeit, in Kontakt mit neuen und interessanten Menschen zu kommen. An manchen Stellen geht das leichter als an anderen. Sehr gut geeignet sind z. B. Pub Quizzes. Inzwischen findet man in fast jeder Stadt mit einem gewissen Expat- oder Touri-Anteil ein Pub Quiz in der Woche. Scheut euch nicht, da auch mal allein hinzugehen und euch einem Team anzuschließen. Die Chance, dass ihr dabei auf coole neue Leute trefft ist sehr groß.

Ein anderer guter Treffpunkt sind Art Cafés. Oft kann man dort über die ausgestellte Kunst oder bei einem dort stattfindenden Event ins Gespräch kommen. A propos Events: Folgt unbedingt den Seiten der europäischen Kulturinstitute, sollte an eurem Ort eines sein. Goethe-Institut, Alliance Francais, British Council und Instituto Cervantes organiseren oft richtig interessante Sachen von einfachen Filmabenden bis großen Techno-Festivals.

Und zu guter Letzt kann es sich natürlich immer lohnen, mit anderen Leuten gemeinsam etwas Neues zu lernen. Sei es Yoga, eine andere Sprache oder Salsa, das gemeinsam erlebte Neue bringt euch garantiert mit interessanten Menschen zusammen! Fragt doch also nach der nächsten Yoga-Stunde die Matten-Nachbarin mal, ob sie nicht Lust auf einen Smoothie zusammen hätte.

Nicht verzagen, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt!

Das Ankommen an einem neuen Ort irgendwo im Ausland kann herausfordernd sein. Oft dauert es gefühlt viel zu lange, bis man jemanden auf der wirklich gleichen Wellenlänge gefunden hat. Hier ist einfach nur eine ordentliche Portion Geduld und Optimismus gefragt. Man kann weder erzwingen, dass man interessante Menschen trifft, noch dass man sich mit ihnen anfreundet.

Man kann dem Ganzen aber ordentlich nachhelfen, indem man sich einfach ins soziale Getümmel stürzt. Seid offen und geht auf Menschen zu! Es wird niemand an eure Tür kommen und euch von dort in das soziale Umfeld abholen. Traut euch, auch einmal Fremde anzusprechen und scheut euch nicht vor einer Abfuhr.

Wie waren eure Erfahrungen im Ausland bisher? Habt ihr leicht neue Freunde gefunden? Wir freuen uns über euer Feedback!

Tina

Reisefan, Möchtegern-Travelhacker und seit acht Jahren Expat in verschiedenen asiatischen Ländern. Ein dauerhaftes Leben in Deutschland kann ich mir momentan gar nicht mehr vorstellen, aber es wäre gelogen, zu sagen, dass mir Döner und Currywurst nicht fehlen.

Der große Schritt, die Festanstellung hinter mir zu lassen und mich vollends ins digitale Nomadentum zu stürzen, steht mir noch bevor, daher freue ich mich, gemeinsam mit unseren Lesern neue Möglichkeiten zu entdecken.

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