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Tag 03 – Backpacking in Irland oder unsere Dingle Way Erfahrungen

Backpacking in Irland

Auf dem Weg nach Dingle – ein verträumter Blick in die Landschaft

Der Aufbruch zu unserer Dingle Way Erfahrung

Am nächsten Morgen sollte es früh losgehen. Immerhin wollten wir am späten Nachmittag in Dingle ankommen. Alles war vorbereitet – Frühstück und Proviant hatten wir bei Starbucks am Vorabend besorgt, der Abholpunkt für den Reisebus war auf der Karte markiert und die Wanderrucksäcke gepackt. Backpacking Irland war für uns ein neues Abenteuer, aber wir waren mutig und entschlossen.

Pünktlich, was äußerst untypisch für uns ist, haben wir uns zur Bus Haltestelle aufgemacht. Aber heute sollte nicht unser Tag werden.

Der Horror mit einem irischen Busunternehmen

Ich hatte vorab Tickets für die Firma „Dublin Coach“ gebucht und die Routen via Rome2Rio herausgesucht. Der Plan war nach Killarney zu fahren und dort dann weiter nach Dingle.

Unser Bus kam geschlagene zwei Stunden zu spät. Viele andere Busse der gleichen Firma und diversen anderen fuhren an uns vorbei, aber nicht der Bus nach Killarney. Während der Wartezeit betrieb Tina etwas Recherche über das Unternehmen und fand heraus, dass dies wohl regelmäßig der Fall sein soll. Die Zeit hätte ich mal lieber vorab eingeplant. Als er dann endlich eintraf, war es ein sehr altes Busmodell, aber immerhin gab es Wifi.

Nach ca. vier Stunden Fahrt war die Laune mäßig und wir kamen zu unserer großen Überraschung dennoch halbwegs pünktlich in Killarney an.

Wo ist diese verflixte Haltestelle?

Wir mussten nun zum Killarney Coach Park zu unserem Anschluss Bus. Den Ort fanden wir auch, eine Bushaltestelle jedoch nicht, nur ein großer Parkplatz ohne jeglichen Hinweis auf einen Bus. Nach einiger Wartezeit verstrich dann auch die Abfahrtzeit ohne einen Bus weit und breit.

Tina rief dann mit mehr schlechter als rechter Verbindung über Skype beim Busunternehmen an und fand heraus, dass dieser Service erst in ein paar Tagen startet. Bumm… – so schnell platzen alle Pläne. Rome2Rio hat mir die Route als planmäßige Fahrt angegeben.

In der Nähe gab es einen kleinen Pub, dort wollten wir weiter planen. Wie sollten wir denn jetzt bitte ins 40 Kilometer entfernte Dingle kommen?

They’re taking the Hobbits to Isengard

Der Pub war im Mittelerde Design und es gab verschiedene Biere, wie das Gandalf Ale und so weiter. Alles war voll mit Tand aus dem Herrn der Ringe, aber das Bier schmeckte und hob die Moral etwas an. Unsere Reise sollte doch aber eigentlich zu dem Fernwanderweg Irlands gehen und nicht in einem Mittelerde Pub enden.

Wir fanden dann heraus, dass wir mit einem anderen Busunternehmen via Tralee nach Dingle kommen könnten. An einer nahegelegenen Mall gab es dann Tickets und wir spazierten zum Zeitvertreib durch einen Outdoor Laden. Ich bin mir nicht sicher, ob Tinas Hutwahl die beste gewesen ist. Aber da unsere Dingle Way Erfahrung mies gestartet ist, konnte es nur noch besser werden.

Über Tralee endlich nach Dingle

Weitere drei Stunden verbrachten wir im Reisebus und kamen dann endlich in Dingle, einer wirklich gemütlichen und überschaubaren Stadt an. Das zweite Busunternehmen war aus meiner Sicht erheblich besser. Vor allem, wenn man an die Rückfahrt von Tralee nach Dublin denkt – aber davon lest ihr ein andermal.

Am Hafen, wo die Bushaltestelle lag, wurde  der residente Delfin in der Dingle-Bucht als die lokale Attraktion beworben. Wer Fungi nicht kennt, sollte eine der Bootstouren machen, wozu wir uns dann auch für den nächsten Tag entschlossen.

Endlich zum Dingle B&B

Unser Dingle B&B lag etwas außerhalb der Stadt, so dass wir nochmal 25 Minuten laufen mussten. Sichtlich geschafft kamen wir im B&B, dem Duinin House an.

Die beiden Besitzer, Anne und Pat sind sehr herzliche Menschen und hießen uns sofort äußerst freundlich willkommen. Eine Erfahrung, welche wir auf unserer Reise noch öfter machen sollten. Iren sind sehr gastfreundliche Menschen.

Ich hatte das Dingle B&B über die Seite Booking.com gebucht – wie sich herausstellte war dies aber eher ein Fehler. Die Seite nimmt natürlich Gebühren von den B&B Betreibern und es empfiehlt sich direkt über die B&B Webseiten zu buchen, dort kann dann meist auch individuell ein besserer Preis ausgehandelt werden. Wenn man außerhalb der Saison reist, kann man durchaus auch mit ein, zwei Tagen Vorlauf das BnB per Telefon reservieren und damit noch einmal ordentlich sparen.

Anne bot uns erst einmal einen Kaffee und selbstgemachten Kuchen an. Im Wintergarten genossen wir den Sonnenuntergang und fühlten uns nach der langen und stressigen Anreise endlich im Urlaub angekommen.

Pat war so nett und hat uns zum Abendessen in die Stadt gefahren. Dabei erfuhren wir, dass er erst vor kurzem ein Buch über Dingle veröffentlicht hatte. Iren, vor allem die aus dem County Kerry, sind recht fleißige Schriftsteller. Ein Ire hat uns später erklärt, dass dies am Wetter und dem vielen Alkohol läge…

Das Dingle B&B hat mir persönlich mit am besten gefallen, es landet aber auf jeden Fall in der Top 3 der Unterkünfte. Die hohen Bewertungen hat es sich redlich verdient!

Dingle – die Stadt der vielen Pubs

Pat zeigte uns im Auto kurz die Stadt und konnte zu jedem Restaurant und zu jedem Pub eine kleine Geschichte erzählen. Wir prüften seine Aussagen (arroganterweise 😉 ) trotzdem schnell bei Trip Advisor und kamen zu dem Schluss, dass er mit seinen Empfehlungen mit der Mehrheit der Bewerter übereinstimmte.

Das Restaurant Nr. 1 in Dingle ist ein kleines Fischrestaurant – reserviert hier lieber vorab. Wir bekamen keinen Platz und gaben uns schließlich mit Nummer 3 zufrieden. Danach gab es noch einen Besuch in der Pub-Empfehlung. Es blieb aber nur bei einem Guinness, wir waren müde und erschöpft. Zusätzlich war die Livemusik für unsere Ohren dieses Mal eher gewöhnungsbedürftig, denn der Musiker hatte wohl eine etwas experimentelle Phase.

Ein strammer Marsch brachte uns dann schnell zurück ins Bettchen und wir schliefen den Schlaf der Gerechten. Immerhin wollten wir fit sein für den ersten Tag und die ersten 16 Kilometer.

Was ist der Dingle Way?

Der Dingle Way ist zusammen mit dem Kerry Rundwanderweg einer der Fernwanderwege Irlands. Wer Irland liebt und gerne wandert, wird um den Dingle Way nicht herumkommen. Er geht um die gesamte Halbinsel und wechselt sich mit Stränden, Waldwegen, Schotterpisten und Klippen ab. Neben der wechselhaften Landschaft entdeckt man allerlei interessante Örtlichkeiten auf den Wanderungen. Zum Beispiel fällt mir da Blasket Island ein, oder der Drehort zum neuen Star Wars Film.

Alle Artikel zu unserem Irland Wanderurlaub

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Kommentare

Linda Schulz 6. Juli 2017 um 20:37

Der Reisebericht gefällt mir gut – ein witzigen STart habt ihr beide da hingelegt. Ich bin gespannt, wie die Reise auf dem DIngle Way weitergeht.

Ich plane die Wanderung für mich und meinen Freund im Juni nächsten Jahres. Die von dir empfohlenen B&B gucke ich mir genauer an.

Schöner Blog, macht weiter so!
LG
Linda

Antworten

Martin 6. Juli 2017 um 22:18

Hallo Linda,

danke für Deinen Gruß. Ja, in Irland wandern auf eigene Faust ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die machen solltet! Der Dingle Way hat uns super viel Spaß gemacht und wir freuen uns darauf den Ring of Kerry einmal weiter zu wandern. Juni ist aber aus meiner Sicht schon zu spät – mit Anfang Mai waren wir evt. etwas sehr früh auf dem Dingle Way, aber gegen Ende haben wir die ersten Mitwanderer getroffen. Wer die Einsamkeit Irlands beim Wandern genießen will, sollte unbedingt vor der Touristenwelle kommen.

Das hat zwar den Nachteil, dass einige Restaurants noch geschlossen sind, aber wir hatten nie Probleme etwas Essbares oder ein frisches Guinness zu bekommen. Dafür waren wir zu 99% auf der Strecke „unter uns“. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Die Tage kommen ja weitere Teile des Dingle Way Reiseberichts und dort stelle ich auch weitere B&B vor. Ich hatte ja über Booking.com gebucht – aber recherchiere die B&B ruhig im Internet und schreibe sie direkt an. Preislich geht da dann einiges.

Viel Spaß noch bei uns auf der Webseite.

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