Tag 04 – Erste Kilometer auf dem Dingle Way

Schönster Wanderweg Irland

Schönster Wanderweg Irlands? Wir finden es heraus!

Dingle Way – Schönster Wanderweg Irlands

Nach einem kräftigen irischen Frühstück, welches traditionell in zwei Varianten kommt, machten wir uns dann gleich auf den Weg zum schönsten Wanderweg Irlands. Aber vorher noch einmal zum Frühstück – welches uns zum Ende der Reise leider etwas zum Halse heraus hing…

  • Rührei mit Lachs
  • Irisches Frühstück mit Black & White Pudding

Da wir beide den Pudding (oh, lasst euch nicht von dem Wort Pudding täuschen! Es handelt sich hier um ein zusamengpresstes Pattie aus Blut, Fett und Gewürzen) nicht sehr mögen, haben wir uns fast immer für das Rührei entschieden. Irgendwann ist das dann jedoch auch zu viel. Ihr werdet in einem späteren Beitrag lesen, dass es ein B&B auf der Dingle Halbinsel gab, welches zwar von einer sehr merkwürdigen Lady betrieben wurde, aber dafür ein enormes Frühstücksangebot hatte.

Zurück zum Dingle Way

Unsere Wanderrucksäcke (lest hier nach, welche wir verwenden) waren fertig gepackt und die Schuhe gut geschnürt.

Die erste Teilstrecke sollte uns von Dingle nach Dún Chaoin führen. Der Plan war an der Küste entlang zu laufen und am späten Nachmittag im An Portán Guest House and Restaurant zu landen.

In Dingle Town wollten wir aber zu vor noch eine kleine Bootstour machen. Immerhin ist Dingle eine Stadt mit einem residenten Delfin in der Bucht!

Fungi, der Dingle Delfin

Fungi, der Delfin lebt seit 26 Jahren in Dingle Town und bleibt dort freiwillig vor Ort. Er wir von den Bewohnern nicht gefüttert und auch sonst nicht dressiert. Fungi ist vermutlich verwitwet, aber so richtig weiß das niemand. Es wurde eine weibliche Delfinleiche zum Zeitpunkt der Ankunft gefunden, aber das ist auch alles, was man weiß.

Der Delfin schwimmt seit 26 Jahren regelmäßig in die Bucht von Dingle Town. Meist nach einem späten Frühstück zeigt er sich dort den Touristen und Einheimischen und tollt mit den Booten herum. Am liebsten mag er es in den Wellen, welche die Schiffe erzeugen, herum zu schwimmen und zu springen.

Umsonst mit dem Boot?

Die meisten Touren bieten an, dass man nichts bezahlen muss, wenn man den Delfin nicht sieht. Da aber alle Schiffe via Funk mit einander in Verbindung stehen und Echolot verwendet wird, ist die Chance dafür sehr gering. Aber man will den Dingle Delfin ja schließlich auch sehen.

Wir haben eine der ersten Touren des Tages genommen und daher war unser Boot sehr leer. Das kann ich nur empfehlen. Auf der Tour danach war es ungleich voller und man war quasi auf seinem Sitz gefangen. Wir konnten herumlaufen und immer die beste Sicht genießen.

Natürlich hat sich Fungie uns gezeigt und zwar in voller Pracht. Für mich, der noch nie einen Delfin in freier Wildbahn gesehen hat, ein tolles Erlebnis!

Schwupps war der halbe Tag auch schon herum und wir nahmen noch ein schnelles Mittag im Stadtzentrum von Dingle, um uns dann auf den Weg zu machen.

Die ersten Schritte

Der Dingle Way wird ja „schönster Wanderweg Irlands“ genannt und endlich konnten wir herausfinden, ob dies stimmt. Für die ersten 15 Kilometer der Irlandwanderung hat Google Maps uns 3 Stunden vorhergesagt. Wir sind beide bestimmt nicht unsportlich, aber das war eine sehr sportliche Zeit. Immerhin galt es zum Ende auch noch lockere 350 Höhenmeter in einem steilen Aufstieg zu überwinden.

In der Tat hatten wir dann auch an der erst besten Stelle eine Rast eingelegt und erst einmal ein Guinness und ein Magners (der bekannte Apfel-Cider heißt in Irland aber Bulmers) weggezischt. Den Stopp haben wir nach ca. einer Wegstunde eingelegt und konnten dabei eine französische Bikergruppe, welche den Wild Atlantic Way entlang fuhr, beobachten.

Schöner Strand auf dem Dingle Way

Was mich am meisten auf der ersten Teilstrecke überrascht hat, war der Strand. Ich habe mit flachen, grünen Weideflächen und ein paar wenigen Hügeln gerechnet. Aber so kann man sich täuschen. kilometerlanger Sandstrand und rauschendes Meer.

Das macht die Wanderung natürlich abwechslungsreicher und auch etwas anstrengender. Aber wer läuft nicht gerne im Sand. Das Wetter war uns auch hold, denn wir hatten strahlenden Sonnenschein!

Ein kleiner Aufstieg

Wenn man unten am Berg steht und so hochschaut, kommt einem alles unmöglich vor. Nach dem Strand fühlten wir uns ebenfalls so. Aber wir hatten ja keine Wahl. Ein Weg um den Eagle Mountain gab es nicht und so liefen wir einfach los.

Nach gefühlten drei Stunden und diversen Zwischenstopps kamen wir endlich auf dem Gipfelpunkt an und genossen ein wenig den Ausblick. Auch lachte uns endlich das Dun Chaoin Ortschild (eher der Ortsstein) an.

Der Abstieg ging dann fix und wir kamen im Guesthouse an. Erstaunlich groß und mit vielen Zimmern waren wir scheinbar die einzigen Gäste und genossen erst einmal eine Dusche. Nichts ist schöner als aus den verschwitzten Klamotten zu kommen und das Wasser auf der Haut zu spüren.

Nach 15 Kilometer wollten wir aber dennoch an die Klippen und einen Blick auf the Great Blasket werden. Blasket Island ist ein interessanter Ort mit großer Geschichte. Immerhin haben dort noch sehr lange Menschen unter schlimmen Wetterbedingungen gelebt und außerdem kommen dort sehr viele irische Schriftsteller her.

Erfrischung im Pub

Auf dem Rückweg nahmen wir dann noch ein Guinness im örtlichen Pub. Gott sei Dank war die Wirtin sehr freundlich und machte uns etwas zu essen. Das Örtchen hatte kein offenes Restaurant – ein Nachteil, wenn man Offseason reist.

Danach ging es für uns dann aber auch nur noch ins Bettchen. Der erste richtige Wandertag in Irland war anstrengend und unsere müden Körper sehnten sich nach Erholung.

Fazit zum vierten Tag

Als schönster Wanderweg Irlands hat der Dingle Way einen guten Start hingelegt – aber zu dem Zeitpunkt wussten wir ja noch nicht, welche Schönheit noch auf uns warten würde.

Ich hätte mir den ersten Tag auf dem Dingle Way schwieriger vorgestellt. Hier ging es einfach nur darum, den Körper begreiflich zu machen, dass er jetzt laufen muss und nicht mehr nur faul auf dem Sofa herumliegt. Nach den ersten fünf Kilometer hatten wir aber unseren Rhythmus gefunden und genossen die Natur um uns herum.

Etwas, was ich persönlich am Wandern sehr mag, ist diese innere Ruhe. Man ist sehr auf sich selbst konzentriert und grübelt nicht die ganze Zeit über Alltagsdinge herum. Atmung, Schritt, Körper, Geist – alles im Einklang. Ein schönes Gefühl! Jetzt wo ich die Zeilen schreibe, vermisse ich es schon wieder richtig. Tina schläft leider schon, ansonsten würde ich sie anrufen und den nächsten Wanderurlaub in Angriff nehmen. Morgen dann…

Martin

Ex-Polizist, gebürtiger Berlin und Vielflieger. Fernbeziehung auf der einen Seite und alleinerziehender Vater sein als Gegengewicht. Work Life Balance kenn ich nicht ;-) . Möchtegern Finanzexperte und Beginner auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit. Träumer und Ideenschmied. Immer unter Strom und schnell gelangweilt. Ansonsten aber ein recht netter Mensch.

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