Tag 10 – Auf dem Weg nach Tralee

Tag 10 - Auf nach Tralee

Die lange Wanderung nach Tralee

Ein letzter Marsch nach Tralee

Nach einem (mittlerweile wirklich nervigen) Standardfrühstück – genau, Lachs und Rührei – ging es dann auf die letzte Wanderung. Ein letztes Mal die Sachen zum Laufen packen und die Trinkblase auffüllen.

Mein Plan war es, recht entspannt an der Straße und am Strand entlang zu wandern, aber wie es immer so ist mit den schönen Plänen, wurde dieser zunichte gemacht.

Tina hat da mal etwas rausgesucht

Ich weiß nicht wie und wann sie es gemacht hat, aber sie hat herausgefunden, dass man auch am Fuße der Berge weiterlaufen kann. Die Strecke verlief parallel zur Straße und war damit alleine vom Klang her schon um einiges schöner.

Immer noch wund und erschöpft zogen wir dann auch los. Wir folgten der Straße bis zu einer Dirt Road, welche den Berg hochführte. Durch eine schmale Gasse, welche rechts und links mit Bäumen gesäumt war kamen wir dann auf den eigentlichen Wanderweg.

Über Stock und Stein

Ungefähr alle hundert Meter mussten wir ein Gehegegatter überqueren, aber dafür gab es komfortable Leitern. Der Weg selber war mit Gras und Steinen gesäumt und leicht zu gehen. Der Schatten spendete angenehme Kühle – heute war mal ein „typisch irischer“ Sonnentag…

Nach einer halben Stunde trafen wir eine junge Französin, welche alleine mit sehr viel Gepäck wanderte. Wir haben uns kurz unterhalten und machten uns dann auch weiter. Immerhin lagen rund 20 Kilometer Weg vor uns.

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Alleine wandern in Irland

Hier eine kurze Ermahnung. Ja, es ist üblich, dass man heutzutage alleine reist und auch alleine wandert. Empfehlen kann ich es aber dennoch nicht. Nehmt einfach mal das Worst Case Szenario und denkt darüber nach.

Ihr stürzt und brecht euch ein Bein

Was macht ihr dann alleine? Handyempfang gab es nur sehr bedingt abseits der Häuser und Straßen. Reisende haben wir gerade einmal zehn in den zehn Tagen getroffen. Sich mit einem Bruch weitere 5 Kilometer bis zur Straße schleppen ist nahezu unmöglich. Das Wetter war bei uns sehr gut. Nun stellt euch mal vor, es regnet noch in Strömen und euch wird kalt und alles ist nass.

Ich denke ihr versteht, worauf ich hinaus möchte. Es sterben Menschen, weil sie alleine trekken oder wandern, in Nepal haben wir das leider das eine oder andere Mal sehr nah mitbekommen. Gebt auf euch Acht, reist in Gruppen oder wenn es unbedingt alleine sein muss, ruft im nächsten Hotel an. Sagt denen, dass ihr heute auf jeden Fall kommt und zwar gegen die und die Uhrzeit. Benennt die Strecke und sprecht an, dass ihr alleine unterwegs seid.

Damit schafft ihr euch ein Sicherheitsnetz. Das Bed & Breakfast wird spätestens am nächsten Morgen Rettungskräfte informieren. So, genug ermahnt.

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Weiter am Fuß der Berge

Die schattige Strecke endete dann mit einer alten Kirche. Eine kleine Gedenktafel erzählte die Geschichte und an einem Baum hingen diverse Bändchen und Erinnerungen von vorherigen Wanderern. Wir nutzen den Ort, um uns etwas auszuruhen und zu erfrischen und in Vorstellungen zu schwelgen, wie es wohl früher hier ausgesehen haben musste.

Danach wurde es dann aber heiß. Vor uns lagen 12 Kilometer entlang des Bergfußes. Offenes Gelände und pralle Sonne. Anstatt saftiger Wiesen hieß es nun Geröll und Gestrüpp. Die Aussicht war atemberaubend, aber es ging andauernd bergauf und -ab und über kleine Bäche.

Der Weg war schmal und ich würde diese Strecke nur jemanden empfehlen, der fit ist. Man läuft Gefahr öfter zu stolpern oder wegzurutschen. Wer mit Stöckern wandert, sollte diese hier benutzen. Meiner Meinung nach war dieser Teil aber mit einer der schönsten der gesamten Irland Reise.

Zurück auf die Straße

Wir kamen dann endlich in Blennerville an. Am Ende hatte sich die Strecke gefühlt gezogen und das ständige Hoch und Runter machte einen müde. Mit diesem Vorwand kehrten wir dann in The Station House ein und genossen einen Salat und Magners (also das heißt ja in Irland Bulmers, ist aber Magners – ein Apfelbier halt).

Die berühmte Blennerville Windmill guckten wir nur aus der Ferne an und wir machten uns an die letzten Kilometer.

Wir folgten dann dem Kanal „The Marina“ und kamen in Tralee an. Schlauerweise habe ich natürlich wieder eine Unterkunft am anderen Ende der Stadt gebucht. Aber auch diese letzten Meter bewältigten wir und konnten so bereits die Innenstadt von Tralee auskundschaften.

Wir kamen dann im Denton B&B an und konnten gleich unser Zimmer beziehen. Ein kleines und ruhiges Bed and Breakfast, welches an einer vielbefahrenden Straße lag. Unser Zimmer war zum Glück nach hinten raus und bot alles, was wir jetzt brauchten (vor allem eine warme Dusche!).

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Eine Tour durch die Altstadt

Tralee ist für einen Hauptstädter wie mich eher ein Dörfchen denn eine Stadt. Aber es ist mit die größte Stadt auf der Dingle Halbinsel. Wir gingen also wieder los, um einen Abendsnack und ein (verdientes) Guinness zu finden.

Die Stadt ist voll mit Pubs und Restaurants, wir folgten aber stur einer Trip Advisor Empfehlung und waren am Ende auch zufrieden. Für mich gab es ein saftiges Steak und Tina nahm die Entenbrust. Der Pub ist zwar super touristisch und auch groß – also das Gegenteil der typischen irischen Pubs, aber trotzdem war alles ausgezeichnet.

Danach noch ein Verdauungsspaziergang nach Hause und die Nachtruhe brach an. Morgen sollte es dann zurück nach Dublin gehen. Hoffentlich wird der Trip zurück nicht so ein Disaster, wie die Hinfahrt.

(Spoileralarm – der Trip war die Hölle… Aber das lest ihr erst im nächsten Artikel.)

 

Martin

Ex-Polizist, gebürtiger Berlin und Vielflieger. Fernbeziehung auf der einen Seite und alleinerziehender Vater sein als Gegengewicht. Work Life Balance kenn ich nicht ;-) . Möchtegern Finanzexperte und Beginner auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit. Träumer und Ideenschmied. Immer unter Strom und schnell gelangweilt. Ansonsten aber ein recht netter Mensch.

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