ᐅ Fiordland ohne Fjorde - Tag 21 & 22

Fiordland ohne Fjorde – Tag 21 & 22


Fiordland ohne Fjorde - Tag 21 & 22
- von Tina

Fiordland ohne Fjorde

Ein wunderschönes Frühstück und ab in die falsche Richtung

Nach unserer Ausgeh-Nacht in Queenstown wachten wir am nächsten Morgen leicht verkatert und ziemlich übermüdet so auf, dass wir gerade zur Checkout-Zeit abfahrbereit waren. Abfahrbereit hieß auf unserem Trip in aller Regel angezogen und mit geputzten Zähnen. Frühstück hatten wir da noch keins, also fuhren wir ein Stück raus aus der Stadt und hielten direkt vor dem schönen Lake Wakatipu. Schnell waren die Campingstühle aufgestellt und unser leckeres Müsli vorbereitet. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir dann den Tag beginnen, während wir gemütlich aßen und die Boote auf dem See beobachteten. Der See lag so ruhig und friedlich und das Wetter war einfach traumhaft - ein absolut meditative Stimmung.

Meditieren am Lake Wakatipu

Danach fuhren wir weiter, so dachten wir zumindest, Richtung Fiordland. Wie so oft hatten wir keinen Empfang auf dem Handy, sodass Google Maps nicht aktualisierte. Wir verließen uns daher auf unseren Orientierungssinn, der uns sonst eigentlich gute Dienste leistet. Nicht dieses Mal. Circa 40 Minuten nach Abfahrt ging die Karte dann endlich wieder und wir stellten fest dass wir komplett in die die falsche Richtung gefahren sind. Von der Himmelsrichtung her waren wir zwar richtig, aber keine Straße in der Nähe führte an unser Ziel. 

Also kehrten wir um und fuhren zurück nach Queenstown. Nicht aber ohne vorher ein paar Fotos vom atemberaubenden Panorama zu machen, dass sich uns auf der Strecke bot. Selbst ein paar Schneeberge konnte man entdecken - die waren damit dann auch endlich von der Liste abgehakt 😉

Blick Richtung Glenorchy
Unser Camper auf der Straße nach Glenorchy

Freedom Camping in the Middle of Nowhere

Die Strecke von Queenstown Richtung Fiordland ist landschaftlich recht interessant, weil sie sich von alpiner, karger Landschaft langsam in dichte Wälder verwandelt. Trotzdem war die Fahrt insgesamt mit die ermüdendste des ganzen Trips. Erst war sie so kurvenreich, dass man sich ziemlich konzentrieren musste und danach war die Straße die meiste Zeit einfach nur gerade und staubig. Gegen Nachmittag hatten wir daher einen ziemlichen Durchhänger, aber wie auf Bestellung tauchte mitten im Nichts eine Imbissbude mit dem angeblich stärksten Espresso der Gegend auf. War wahrscheinlich auch der einzige Espresso der Gegend.

Fiordland National Park

Jedenfalls kam die kurze Kaffeepause wie gerufen und wir konnten die letzten zwei Stunden Richtung Fiordland mit neuer Energie antreten. Die Landschaft wurde dann mit den bewaldeten Hügeln auch wieder viel interessanter. Und wir waren außerdem auch schon sehr zuversichtlich, mal nicht so lange nach einem Schlafplatz suchen zu müssen, da wir unterwegs kaum andere Camper gesehen haben.

Letztlich waren wir auf unserem Freedom Camping Platz am Lake Monowai dann zwar nicht allein, aber dennoch fanden wir problemlos einen Stellplatz. Das Camp war wunderschön gelegen, in einem Waldstück direkt am See, nur nach acht Kilometern Schotterpiste erreichbar. Nach dem geschäftigen Queenstown war dies für uns genau das Richtige und wir schliefen früh, tief und lange.

Zu spät für die Kayaktour

Am nächsten Morgen fuhren wir dann direkt ohne Frühstück los Richtung Te Anau. Das kleine Städtchen ist der Ausgangspunkt für viele Touren in den Fiordland National Park. Leider haben wir ein wenig die Entfernung dorthin unterschätzt und es dauerte mehr als 40 Minuten, bis wir ankamen. Sofort nach der Ankunft fragten wir bei zwei Anbietern nach Kayaktouren. Nur um zu hören, dass diese alle am frühen Morgen stattfänden und wir erst am nächsten Tag teilnehmen könnten.

Durch die Planänderung wegen der Regentage war unsere Zeit nach hinten raus allerdings langsam etwas knapp. Wir überlegten also hin und her, ob wir wirklich noch eine Nacht bleiben sollten und dafür die Südküste überspringen, oder ob wir lieber diese eh sehr touristische Region verlassen sollten und in den unberührteren Süden vordringen sollten.

Wir entschieden uns letztendlich für die zweite Option. Denn wir wollten weder noch eine Nacht in der Region bleiben, noch eine völlig überlaufene Bootstour statt des Kayakausfluges machen. Letztlich scheiterte dieser Abschnitt also an unserer Naivität und vielleicht etwas zu viel Spontaneität. Gerade in den touristischen Regionen Neuseelands ist es besser, ein wenig voraus zu planen und sich mit den Abläufen der gewünschten Ausflüge vertraut zu machen. Aber naja, hinterher ist man immer schlauer.

Die Catlins - eine weniger überlaufene Region Neuseelands

Mit viel Zeit für die Fahrt machten wir uns also auf in die Catlins. Erste Etappe dort sollte Invercargill sein, wo wir etwas essen wollten und auch ein bisschen arbeiten mussten. Viel mehr Ablenkung hat das kleine Städtchen auch absolut nicht zu bieten gehabt. Vielleicht war der große Kontrast zu Queenstown, aber das kleine Städtchen wirkte richtig leer, als wir dort waren. 

Im Café erfuhren wir dann aber, dass wohl momentan die heißesten Temperaturen seit fast 40 Jahren herrschten und alle ordentlich mit der „Hitze“ zu kämpfen hatten. Es waren ca. 31 Grad, für uns temperaturmäßig also eher ein Heimspiel. Ohne große Mühen arbeiteten wir daher für ungefähr zwei Stunden, bevor es dann weiterging.

Bizarrer Schrottplatz Demolition World Invercargill

Demolition World Invercargill

Weit kamen wir aber erst einmal nicht, denn auf unserem Weg lag das Demolition World, nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt. Hierbei sollte es sich um eine Art Schrott-Museum handeln, in dem eine Schrott- und Entrümpelfirma ein ganzes Dorf aus skurrilen Fundstücken aufgebaut haben sollte. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Und der Besuch hat sich absolut geloht, auch wenn er an Absurdität fast nicht zu übertreffen war. Es steht tatsächlich ein richtiges kleines Dorf aus Wellblechhütten, eingerichtet mit allerlei bizarren Krempel und, was ein bisschen gruselig war, komplettiert mit „Bewohnern“ aus alten Schaufensterpuppen. Es gab alles möglich in in diesem kleinen Dörfchen - eine Kirche, eine Bäckerei und ein (mega gruseliges) Krankenhaus sind nur einige Beispiele.

Insgesamt ist dies wohl eher ein Ort für eine richtig gute Halloween-Party als eine Sehenswürdigkeit, aber wir würden trotzdem jedem diesen Stopp empfehlen (außer vielleicht den absolut Zartbesaiteten). Die Ausstellung ist kostenlos, man wird am Ausgang lediglich um eine freiwillige Spende gebeten.

Demolition World Invercargill
Demolition World Invercargill
Demolition World Invercargill
Demolition World Invercargill
Demolition World Invercargill

Freedom Camping und Ebbenspaziergang in Slope Point

Nach diesem etwas außergewöhnlichen Zwischenstopp ging es dann für uns weiter an unser Tagesziel. Unser Freedom Camping Platz am Slope Point lag direkt am Meer. Bevor man jedoch an den Strand kam, musste man durch eine kleine Bucht, die eigentlich mit Wasser gefüllt ist. Wir hatten jedoch absolutes Glück mit unserem Timing und genau mit unserer Ankunft begann die Bucht sich durch die Ebbe zu leeren. 

So konnten wir dann also ohne Probleme zur anderen Seite an den absolut menschenleeren Strand. Zwar mussten wir noch durch etwa hüfttiefes Wasser, aber das hat uns nicht abgehalten, da das Wasser sich durch den niedrigen Stand auf annehmbare Temperaturen aufgeheizt hat. Martin hat sich sogar getraut, seine Drohne mitzunehmen und hat einige tolle Aufnahmen machen können. 

Bis zum Sonnenuntergang hat die Bucht sich dann komplett geleert und durch die Spiegelungen des verbliebenen Wassers einige schöne Motive zum Fotografieren geliefert.

Drohne in den Catlins
Einsame Bucht Slope Point
Einsame Bucht Slope Point
Freedom Camping Catlins
Freedom Camping Catlins
Freedom Camping Catlins
Tina

Reisefan, Möchtegern-Travelhacker und seit acht Jahren Expat in verschiedenen asiatischen Ländern. Ein dauerhaftes Leben in Deutschland kann ich mir momentan gar nicht mehr vorstellen, aber es wäre gelogen, zu sagen, dass mir Döner und Currywurst nicht fehlen. Der große Schritt, die Festanstellung hinter mir zu lassen und mich vollends ins digitale Nomadentum zu stürzen, steht mir noch bevor, daher freue ich mich, gemeinsam mit unseren Lesern neue Möglichkeiten zu entdecken.

Click Here to Leave a Comment Below